Wales 2008

Internationale Jugendbegegnung vom 01.08.08 – 15.08.08 in Wales

 

Gesamtbericht von Danja (Teilnehmerin)

 

Der 01. August begann für uns alle sehr früh: Wir trafen uns alle schon um 7.30 Uhr in Leonberg-Eltingen am TSV Heim. Nachdem Teilnehmer und Gepäck in die vier (nicht mehr ganz neuen) Minibusse verladen waren, machten wir uns endlich auf den Weg zu unserem lang ersehnten Aufenthalt in Wales.

 

 

Nach einer eigentlich recht ereignislosen Reise (außer diversen Problemen mit dem Turbolader eines der Busse) durch Deutschland und Holland kamen wir gegen 17.00 Uhr in Rotterdam an, wo wir nach der Passkontrolle auf die Fähre, die uns nach Großbritannien bringen sollte, eincheckten.

 

Die 'Pride of Rotterdam' legte gegen 21.00 Uhr ab, und war alles andere als nur ein langweiliges Schiff: Mit zwei Kinos, einer Bar, zwei Cafés, einem Restaurant und mehreren Läden, in denen man zollfrei Parfum, Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten, Bücher etc. kaufen konnte, erinnerte sie eher an ein zu klein geratenes Kreuzfahrtschiff. Allerdings waren die Kabinen eher knapp bemessen...

 

 

Am folgenden Tag wurden wir um 6.00 Uhr britischer Zeit von einer Lautsprecherdurchsage geweckt. An Schlaf war danach nicht mehr zu denken, man begab sich zum Frühstücksbuffet, wo eine Betreuerin freundlichst darauf hingewiesen wurde, dass sie zwar gerne so viele Brötchen in Servietten verpacken könne, wie sie wolle, aber alle am Ausgang wieder abgeben müsse...

 

 

Um ca. 7.30 Uhr legte das Schiff im Hafen von Kingston Upon Hull an, sodass wir die Reise fortsetzen konnten, nun allerdings auf der anderen Straßenseite. Unsere Route führte uns quer über die Insel, durch diverse Staus und über nicht gerade wenige Brücken, bis wir endlich von den walisischen Betreuern aufgegriffen und zu unserer Unterkunft gebracht wurden, die wirklich in der hinterletzten „Pampa“ lag, auf der Insel Holyhead nämlich, die wiederum nur über eine andere Insel, Anglesey, mit dem Auto zugänglich ist. Auf dem Weg sahen wir schon viele der Vorzüge von Wales: eine wunderschöne Landschaft, Schafe, viele Schlösser, Schafe, das wechselhafte britische Wetter und eine Menge Schafe.

 

 

Wir bezogen unsere Unterkunft, die inmitten von grünen Hügeln lag, und zwar keine Schafe, aber dafür mehrere Hühner zu bieten hatte, zunächst noch alleine, denn die walisischen Teilnehmer sollten erst am nächsten Tag zu uns stoßen. Nach dem Abendessen fuhren wir zu unserem ersten Programmpunkt, dem Wikingerfestival, wo wir schon fast die ganze nordwalisische Gruppe trafen, inklusive der einen oder anderen Teilnehmerin aus dem letzten Jahr.

 

 

Wir sahen bei der traditionellen Bootsverbrennung und dem Feuerwerk zu, dann fuhren wir zurück in die Unterkunft. Am nächsten Tag stießen endlich sowohl die nord- als auch die südwalisische Gruppe zu uns. Wir machten einige Kennenlernspiele und bekamen einheitliche Youth-Exchange-2008-T-Shirts geschenkt, in denen wir uns sofort zum Gruppenbild aufstellten.

 

 

Die nächsten fünf Tage verbrachten wir ohne die geringste Langeweile; die vielen Aktivitäten hielten uns auf Trab: Wir fuhren Schnellboot, besuchten das Dorf mit dem längsten Ortsnamen Europas, veranstalteten den 'Europe's Next Topmodel' Wettbewerb, bei dem einige walisische Jungs ihre weibliche Seite auslebten und den schließlich Robin und Amy gewannen, kamen in der Kletterhalle immerhin 13,5m hoch hinaus, besuchten das Schiefer- und ein Rettungsbootmuseum, hatten einen Empfang beim Bürgermeister, wo wir bei einem Stehempfang richtig leckere, typisch britische Sandwiches aßen und machten einen Fishing Workshop, bei dem wir etwas über Hochseefischen lernten. Der eigentliche Ausflug zum Fischen wurde dann aber doch wegen zu schlechten Wetters abgesagt. Auch andere geplante Programmpunkte konnten nicht stattfinden, stattdessen gingen wir insgesamt drei Mal shoppen, was die meisten Teilnehmer nicht sonderlich gestört hat...

 

 

Am 7. August wechselten wir dann die Unterkunft; von Holyhead im Norden fuhren wir ganz in den Süden in die Nähe von Swansea. Das Hostel dort lag nur 400m vom Strand entfernt, allerdings hatte es nur 40 Betten. Da wir aber knapp 60 Personen waren, wurden die Jungs kurzerhand auf den nahe gelegenen Zeltplatz ausquartiert.

 

 

In der zweiten Woche hatten wir Selbstverpflegung, deshalb übernahmen Nadine, Denise und Brigitte das Küchenkommando, was sie mit Bravour meisterten! Diese Veränderung verbesserte die Essensqualität erheblich, wozu nicht zuletzt das aus Deutschland mitgebrachte Vollkornbrot aus der Dose beitrug. Jeden Tag gab es zum Abendessen eine Spezialität aus einem anderen Land. Von ungarischem Gulasch über Weißwürste bis hin zum absoluten kulinarischen Höhepunkt, einem russischen Hackfleischtopf, wurde eine ganze Menge geboten.

 

 

Wir bezogen die (im Gegensatz zur ersten Unterkunft) erheblich moderneren, aber auch kleineren Zimmer und nahmen auch gleich die Computer mit Internetanschluss in Besitz (was auch höchste Zeit war, einige von uns hatten akute Entzugserscheinungen was Internet anging). Das Küchenteam zauberte uns als Auftakt für eine, nicht nur kulinarisch gesehen, geniale Woche Spaghetti mit Tomatensauce. Anschließend gingen alle ins Bett bzw. den Schlafsack.

 

 

Am nächsten Tag gab es ein böses Erwachen: Über Nacht hatte es so stark geregnet, dass eines der Zelte, das nicht richtig imprägniert war, tropfnass geworden war. Deshalb: Krisensitzung angesagt. Das Ergebnis war, dass ein Teil der Jungs im Trockenraum des Hostels, ein paar andere in den Bussen nächtigen und der Rest sich das verbliebene Zelt teilen sollte.

 

 

Auch das Programm der zweiten Woche hatte einiges zu bieten: Wir gingen spazieren, besuchten den Oakwood Park, einen Freizeitpark mit einer genialen Achterbahn und einem tollen Feuerwerk am Abend, spielten in einem Jugendclub Billard und Tischtennis, gingen wieder mal Shoppen ;), brachten unseren Bayrischen Abend in Dirndl und Lederhose über die Bühne (das Küchenteam steuerte Weißwürste bei), einem weiteren Empfang, diesmal allerdings beim Bürgermeister von Swansea, besuchten ein Rugbyspiel, bei dem einige von uns vom Regionalfernsehen interviewt wurden (und andere nur daneben standen weil andere die ganze Zeit geredet haben...), gingen Golfen (der arme Rasen!), sahen uns ein Fußballspiel von Swansea City gegen Bradford an und gingen einmal sogar im kalten Atlantik schwimmen.

 

 

Doch natürlich muss auch der schönste Urlaub einmal enden. Am 14. August mussten wir uns von den Walisern verabschieden. Es floss so manche Abschiedsträne, doch dann konnten wir uns schließlich auf den Weg nach Hull machen, von wo aus wir wieder mit der Fähre zurück nach Rotterdam machten. Diese Überfahrt verlief jedoch nicht so reibungslos wie die erste (ich denke, wir alle wissen, was gemeint ist). Am nächste Morgen frühstückten die von uns, die die Lautsprecherdurchsage nicht überhört hatten, mit Panoramablick auf den Hafen von Rotterdam, dann ging es auch schon wieder herunter vom Schiff. Nach einer langen Autofahrt kamen wir gegen 18.00 Uhr in Leonberg an, wo wir uns endgültig verabschiedeten.

 

 

Fazit: Mir persönlich hat die Freizeit wieder sehr gut gefallen. Trotz der teilweise etwas strengen Regeln besonders der walisischen Betreuer (Zimmerruhe etc.), hat es mir viel Spaß gemacht, endlich mal Großbritannien und die Menschen dort kenne zu lernen. Ich würde (und werde wahrscheinlich auch) wieder mitgehen.

 

 


Seite weiterempfehlen >>
Bookmark setzen >>
Druckversion >>